Diverse Gedichte

geschrieben von Monika Minder, 2010 und früher

Mich neben dich legen

In dieser dunklen Nebelnacht
Würde ich gerne zu dir fahren
Von Wiesen und Dörfern bewacht
Einfach zu dir fahren.
Mich neben dich legen
Mit dem Gesicht zu dir
Dir in die Augen sehen
Einfach nur neben dir liegen.

- © Monika Minder -

Liebestraum

Im Grase liegen und träumen
Dich keine Sekunde versäumen.
Durch deinen Geruch waten
Dich mit allen Sinnen atmen.
Mir deine Liebe gut tun lassen
Dich nie verlassen.

(© Monika Minder)

Zauber der Nacht

Wenn der Zauber dieser Nacht,
nur noch lange nicht verflacht.
Und des Fleisches liebliche Süsse,
mir sterblich liegt zu Füssen.
Dann lieg ich wohl und sicher flach,
und in der Dunkelheit noch lange wach.

(© Monika Minder)

Frühlingshafte Tage

In diesen frühlingshaften Tagen,
da blüht die Welt in jedem Garten.
Ich kann es kaum erwarten,
dich zu lieben in all den bunten Farben.

Es scheint mit vollem Schimmer,
heut der schönste aller Himmel.
Bald bin ich bei dir, dann wirst du geküsst,
leidenschaftlich, so dass du die Welt vergisst.

- © Monika Minder -

Nichts mehr will mir gefallen

Nichts mehr will mir gefallen
Der Schweiss ist ausgetrocknet
Wie müd bin ich
Ins Herz getroffen.
Dort, wo die Sonne schreit
Und ich nichts mehr zu sagen weiss.
Weil keiner ahnt, was ich gelitten
Welche elendiglichen Wege mich beschlichen
Mitten im Leben
Tief drin
und doch so nah am Tod
Schiebt sich der Riegel vor den Sinn.

- © Monika Minder -

Die Nacht verträumen

Viel Himmel sieht man nicht
Ein Nebel hat ihn weichgezeichnet.
Einsam die Strassen.
Blutlos die Bäume.
Die Kälte sticht.
Ich will die Welt verlassen
Den Tag säumen
und die Nacht verträumen.

- © Monika Minder -

Zeit verlieren

Und weil ich Zeit verliere
Im Schmerz friere
Die Falten vom Verfall erzählen
Als wäre nichts geschehen.

Und wie ich die Nacht lebe
Den Schmerz verstehe
Die Schreie niemanden erreichen
Als wären sie schon Leichen.

- © Monika Minder -

Schuld

Noch immer den Finger auf der Schuld.
Ich denke die Erinnerung,
Verweigere den Bund.
Meine eigene Verwandlung?

Ich fordere Leben
Aber ich weiss kein besseres Leben.
Die Jahre laufen starr.
Nichts hält, was versprochen war.

- © Monika Minder -

Wer soll das erleiden?

Im Leeren, wenn das Telefon geht
Sie immer wieder in der Türe steht
Böse Worte verabreicht
Wie hochdosierte Medikamente
Die dich lähmen und quälen.

Wenn es nach vielen Jahren
da vieles nicht gerecht war
Schreie gibt
die nie geschrien werden konnten
und die jetzt den ganzen Menschen ergreifen
wie Stromstösse.

Wer soll das allein erleiden
Im Kerker der Einsamkeit
Auf dem Körper
auf dem die Geschichte
ausgetragen wird
in der Seele
in der die Vergangenheit rührt.
Im Geist, der nicht begreift?

- © Monika Minder -

Wahrheit auf der Haut

Meine Haut trägt noch Wut
Nach vielen Jahren noch.
Es war viel schlimmer noch.
Das ist eine lange Geschichte.

Die Geschichte von meiner Haut.
Sie trägt die Verletzungen der Seele zur Schau.
Da hilft dir keine Maske mehr
Bei diesem Schmerz wird alles leer.

Dein Leben zeigt sich auf jeder Pustel
Jedes gefühlte, nicht ausgesprochene Nein
ist ein Vulkankrater, der langsam verkrustet.
Pure Vergangenheit wird einverleibt.

- © Monika Minder -

Zwei Seelen

Unruhig wandert die Seele
Die zweite
Die andere wandert auch.
Hin- und hergerissen.
Die eine Hälfte nährt sich
von der Vergangenheit
Trägt noch Wunden aus
Blutet Schreie aus der Kehle.

Die andere lebt vom Hier und Jetzt
Ist getrieben
vom Leisten
Und sich beweisen.
Moderne Seele.
Blutet Schreie aus dem Ich!

- © Monika Minder -

Wenn es gar nicht mehr weitergeht

Ich denke immer,
wenn es gar nicht mehr weiter geht,
dann kannst du noch sterben.
Das kannst du noch.
Wenn es nichts mehr gibt,
nicht einmal mehr die Angst.
Es gibt immer noch etwas,
wenn es nichts mehr gibt.
Das Sterben! Den Tod!

- © Monika Minder -

Im Dunkeln

Nur immer im Dunkeln sein
Nur weil ich es liebe.
Oder mich verkrieche?
In Sicherheit sein.

Ich weiss noch nichts Besseres.
Was willst du von mir?
Ich arbeite wie eine Besessene.
Im Dunkeln bin ich bei dir.

(© Monika Minder)

Tropfen fallen

Tropfen fallen klatschend auf den Boden,
Suchen sich einen Weg,
Glauben an ein Morgen
Wissen noch nicht, wohin die Reise geht.

(© Monika Minder, Sept. 2005)

< zurück auf Übersicht

nach oben