Gedanken und Texte

geschrieben von Monika Minder - 2013

WEIHNACHTS-NEIN

In diesen Tagen sprechen wir viel von Besinnlichkeit, Ruhe und Zeit, von Liebe schenken und glücklich sein. Glücklich sein, muss man doch einfach an Weihnachten, wie in Kindertagen.

Vorfreude, warten, staunen, Plätzchen backen, basteln, dann die Geschenke und Glitzereien, die Lieder und Geschichten. Wie könnte man da nicht glücklich sein.

So gefühlsintensiv ist die Zeit um Weihnachten immer noch.

Aber mit all den Emotionen, die jetzt hochkommen und dem Druck, dem wir uns unterwerfen, sind wir weit weg von Kindertagen.

Traditionen, Rituale, Verwandtenbesuche, mühselige Events, Anlässe um Anlässe, und dann sollten auch noch die perfekten Geschenke besorgt, das ebenso tolle Essen, das die letzten Jahre so hochgelobt wurde, eingekauft und gekocht werden, dieser und jene Weihnachtsmarkt besucht, das Orgel- oder sonstige Konzert wäre auch noch einladend und erst die vielen Sales, die aus jedem Warenhaus winken... , dabei wollten wir doch auch noch all die wunderbaren Lieblingsfilme, die jetzt gezeigt werden, anschauen.

Phu ...!

Oh, wie bist du eine fröhliche Weihnachtszeit! So bunt und einladend, lebendig und einnehmend.

Wer kann da schon NEIN sagen.

Dieses kleine Wörtchen Nein, genau das ist es. Loslassen, es muss nichts sein nur weil Weihnachten ist.

Denn Weihnachten ist das ganze Jahr dort, wo Liebe verschenkt wird.

Wieso also nicht mal den ein oder anderen Besuch im neuen Jahr machen. Stressfreier und entspannter, für alle.

In diesem Sinne wünsche ich fröhliche Weihnachten und einen entspannten Start in das neue Jahr!

(© Monika Minder, 22. Dez. 2013)

ZUR RUHE KOMMEN

Viele Menschen träumen davon, mehr Zeit zu haben, still zu werden und zur Ruhe zu kommen. Gerade in hektischen Zeiten wird diese Sehnsucht stärker. Und wird sie nicht gestillt, können wir auch schon mal richtig gestresst und genervt werden. Vielleicht ist gerade jetzt der rechte Augenblick da, um ein bisschen inne zu halten und damit ein Stück Ewigkeit zu spüren. Ich meine damit ein bisschen Gegenwärtigkeit zu leben. Denn gerade davon brauchen wir, damit wir zur Ruhe kommen können. In der Hektik befinden wir uns immer in einer anderen Zeit, in der späteren Zeit, da, wo alles schon erledigt sein sollte.

In der Gegenwärtigkeit erhält das Leben mehr Substanz.

(© Monika Minder, 13. Dez. 2013)

WINTERBILDER

Der Winter malt uns, ist er denn mal wirklich da, von den schönsten Bildern. Stimmungsvolle Landschaften, sanft eingehüllte Äste, Blätter und Häuserdächer. Weibliche Formen, bizarre Skulpturen, die ganze Vielfalt der Natur und Kunst kommt zum Ausdruck.

Kälte und auch Einsamkeit.

Auch in uns Menschen kann der Winter einziehen. Wenn wir traurig sind, verlassen, einsam, deprimiert.

Wo wir still geworden sind wie die Winterlandschaft, und wo wir das Gefühl haben, dass jede Lebendigkeit aus uns verschwunden ist, jede Lebenslust, genau hier hat uns der Winter eine Decke geschenkt, damit wir zur Ruhe kommen können.

Denn der "Sommer" war fordernd.

Jetzt haben wir Zeit geschenkt bekommen, um Kräfte

zu sammeln, um nach Innen zu schauen, um Visionen zu entwickeln, nach Lebensperspektiven und Leidenschaften zu forschen, um Altes loszulassen und Neuem Raum zu geben.

Die Bilder des Winters sind die Leidenschaften der Zukunft.

(© Monika Minder, 8. Dez. 2013)

Winterbild mit Lebensweisheit

© Bild Monika Minder, darf für private Zwecke (Karten, Mails) gratis genutzt werden.

ZUM 1. DEZEMBER

Jetzt ist er da, dieser letzte Monat im Jahr und ich frage mich jetzt schon, was alles war. Obwohl ich solche Gedanken normalerweise auf die letzte Woche im Jahr verschiebe oder sogar noch weiter hinaus verdränge.

Die Konfrontation mit allem, was nicht so schön war, tut weh.

Es war ein "grosses" Jahr. Und ja, vieles hat weh getan, tut immer noch weh, schnitt mir die Kehle zu, machte Angst, betroffen und traurig.

Dann gibt es aber auch vieles, das schön war, und das gerade deshalb so hell leuchtet, weil es daneben Sorgenvolles gab.

Die Begegnung mit lieben Menschen, das Zusammensein mit Freunden, echte Worte, liebe Gedanken, Zärtlichkeiten und Aufmerksamkeiten, fast schmerzfreie Tage und die Freude am puren Dasein und am Tun.

Gegensätzlichkeit ist die Sprache der Harmonie. Harmonie die Sprache des Glücks.

(© Monika Minder, 1. Dez. 2013)

ZEIT DES SCHEIDENS

Wenn das Jahr die schönsten Tage sendet, die Süsse der noch wärmenden Sonne beflügelt, die Milde und das Weiche in die Augen zieht, die sehnsüchtigen Abende verwirren, und Wehmut sich ins Herz schleicht, dann kommt die Zeit des Scheidens.

Es muss doch alles fallen und verwelken, eingehen, zurückkehren zum Eigentlichen, um aus dieser Kraft zu schöpfen, um aus der Anerkennung des Lebens neue Bausteine zu formen.

Denn nichts ist doch wirklich vergehen, kein spurloses Verschwinden. Zeigt uns nicht jeder Frühling, dass der Tod kein Aufhören allen Seins ist?

(© Monika Minder, 19. Sept. 2013)

ICH IRRE UMHER

Ich irre umher mit meiner Wut. Ich bin in Unruhe, genervt und gehässigt. Nicht wegen der Feinde, sondern wegen mir selber. Würden Worte rechtzeitig den "Feind" erreichen, müsste die Wut mich nicht aus der Fassung bringen, müssten Kleinigkeiten mich nicht noch mehr nerven. Sie hätten ein weiches Ventil, brauchten keine aggressive Grenzöffnung, kein Kratzen auf der Haut, kein Klumpen im Bauch. Die Energien könnten fliessen, sich verteilen. Der Körper müsste nicht der Schauplatz eines Theaters sein, das nicht nötig ist.

(© Monika Minder, 8. Sept. 2013)

MANCHMAL

Manchmal
wenn die Tage so traurig sind
und wir nicht wissen wohin mit all den Tränen,
wenn die schönsten Tage nicht bunt werden wollen
und schon der früheste Morgen herbstlich daherkommt
und sich bis zum Abend durchschleiert,
wenn die Nacht nicht enden will,
weil die Gedanken kreisen,
weil das Grübeln,
und die Schuldgefühle
uns nicht ruhen lassen -

Gerade dann können wir uns vertrauen,
dass alles gut war, wie es war,
weil es so und nicht anders hat sein müssen,
weil wir nicht alles bestimmen können,
weil wir menschlich sind,
weil wir annehmen und geschehen lassen müssen
im Vertrauen, es war gut so.
Und im Vertrauen auf all das,
was jetzt in der Gegenwart da ist,
worauf wir bauen können,
woraus wir lernen können.

(© Monika Minder, 6. Sept. 2013)

NEU ANFANGEN

Etwas neu anfangen
mit Mut und Vertrauen.
Sich über dieses Anfangen
ganz sachte hinausführen lassen
in das Wunder des Gelingens
aber auch in die Aufgabe des Scheiterns.
Das Leben in seinen Höhen und Tiefen spüren
heisst intensiv leben,
heisst Erfahrungen machen,
die uns einen Wert geben
und einen Platz in der Welt.

(© Monika Minder, 20. Aug. 2013)

WASSERTROPFEN SPÜREN

Wassertropfen auf der Haut spüren,
mild und weich.
Könnten wir es fassen,
das Spiel des Lebens,
Sonne und Wolken,
würden wir erblassen.

(© Monika Minder, 31. Juli 2013)

REIFE

Dort, wo unser Leben
in seinem Sommer angekommen ist,
brauchen wir mehr Zeit.
Wie die Frucht,
die noch alle Wärme und Liebe aufsaugt,
um zur endgültigen Reife zu gelangen,
und Geduld braucht bis zur Ernte.
Aus der Reife von Morgen
können wir noch nichts lernen,
aber aus der Ernte von gestern
und der Früchte der Jahre.

(© Monika Minder, 28. Juli 2013)

OHNE MICH

Mittlerweile
kann ich das,
die Beine auf den Tisch legen
und in den Himmel schauen,
und nichts anderes,
und nichts mehr,
nur sein und schauen,
sonst gar nichts.
Denn grosse-kleine Dinge
können auch mal ohne mich
ihren Lauf nehmen.

(© Monika Minder)

UNTERWEGS SEIN

Sonne soll uns bräunen
Meer uns kühlen
Wind unsere Sorgen verwehen
Liebe unser Herz heilen.

Unterwegs sein
scheint so vielen
ein Tor zum Himmel zu sein.
Wie wenn die Sehnsucht damit versiege.
Leben muss man überall fühlen.

(© Monika Minder, 27. Juli 2013)

HITZETAG

Wenn nur jemand käme
und dieser Hitze das Genick brechen würde,
damit der Wind den Verstand kühle.
Wir meinen
alles in den Händen halten zu können,
sprechen von Lieben
und glücklich werden bis ins hohe Alter.
Dabei riecht es überall nach welken Blüten.

(© Monika Minder, 27. Juli 2013)

SOMMERGEDANKEN

Den Sommer geniessen
Vögel und Schmetterlinge beobachten
Gezwitscher und Gekreische wahrnehmen
Dösen
Lauen Wind fühlen
Blätter tänzeln sehen
Wolken, die vorbeiziehen
Stille
Gedanken und Gefühle zulassen
Aushalten
Geduld
Sein I

Können das Menschen noch geniessen,
die ständig in ihr digitales Gerät schauen?

Ob die nächste Generation mal fragen wird:
Was ist Wetter? Was ist Natur?

(© Monika Minder)

IM GARTEN

Im Garten
Ein gedecktes Tischlein
Unter einem Bäumlein
Im Schatten
Erzählt von Liebe
Und verspricht
Einen schönen Sommertag
Gebührend zu verabschieden.

(© Monika Minder, 21. Juli 2013)

WUNDER

Einfach stehen bleiben
und in die Natur schauen,
das satte Grün einer Wiese sehen,
das Filigrane eines Grashalms,
die Schönheit einer Blume
oder die Stärke eines Baumes -
noch staunen können
und Wunder sehen.

(© Monika Minder, 17. Juli 2013)

VERBINDUNG ZUM EIGENEN

Da ist es wieder
dieses Ja,
nebst all den vielen alten.
Worte, die andere in dich hineingepflanzt haben,
und die du meinst hegen und pflegen zu müssen.
Im immer gleich funktionieren
die Verbindung zum Eigenen verloren.
Entfremdung
lässt der Einzigartigkeit
keine Chance.

(© Monika Minder)

FREI SEIN

Das Gestern verlassen
frei sein
kein Ziel haben
finden, nicht suchen.

Nicht urteilen über andere
nicht hassen
selber wählen, wandern
ablehnen, annehmen.

(© Monika Minder)




REIFEN

Reifen,
wie die Früchte im Sommer.
In der Geduld wachsen.

(© Monika Minder)




ÄNGSTE

In den Ängsten
einen Wegweiser sehen,
sie nicht auslöschen,
sondern annehmen.
Das Geht-nicht-mehr zulassen
und aus der Enge schöpfen,
weit werden im Kleinen,
sich auf das Wesentliche konzentrieren
und nur aus dem Augenblick heraus leben.

(© Monika Minder, 16. Juli 2013)




LEUCHTEN

Manchmal ist es ein Lächeln,
das uns am Morgen begegnet,
das uns geschenkt wird
von einem unbekannten
oder auch bekannten Menschen.
Ein kleines Lächeln,
das wir erhalten,
ein kurzer Augenblick,
der uns ganz alleine meint,
ein liebes Wort,
das uns mitgegeben wird,
viele kleine Aufmerksamkeiten,
die den Tag zum Leuchten bringen,
wenn wir sie nur sehen.

(© Monika Minder)




VORSATZ

Mir täglich vornehmen
jemandem etwas Liebes zu tun,
mir etwas auszudenken,
um jemanden zu beschenken.
Vielleicht mit einer Blume, mit etwas Zeit,
mit einem lieben Wort, einem Zuhören...
Einfach so!

(© Monika Minder, 15. Juli 2013)




KRAFT SPÜREN

In der Stille die Kraft spüren,
im Vertrauen geschehen lassen
wie die zarten Knospen im Frühling,
die alle Kraft in sich tragen,
um zu etwas ganz Grossem zu werden.

In der Liebe die Kraft spüren,
die der Himmel dir täglich schenkt
und der Boden, der dich trägt und nährt.

Im Vertrauen die Kraft spüren
ohne den Weg zu kennen,
einfach die Augen offen halten,
um den ganz eigenen Weg zu sehen
und ihn mit Mut zu gehen.

(© Monika Minder, 12. Juli 2013)


Blumenbild mit Spruch

© Bild Monika Minder, darf für private Zwecke (Karten, Mails) gratis genutzt werden.

ZEIT FÜR EIN DANKE

Wieder ein Stück Weg hinter mir gelassen,
Zeit, das ein und andere abzuschliessen.
Vergangenes wertschätzen,
das Gute weiterleben lassen,
aus dem Schlechten lernen.
Mit dem kleinen Wort Danke
Grosses aussprechen
und damit im Guten
den Weg nach vorne gehen.

(© Monika Minder, 12. Juli 2013)




MENSCHLICH

Ohne zu werten
dem Anderen begegnen,
seinen Worten folgen,
ihn sehen, wahrnehmen,
sich für einen Augenblick
an ein Du verschenken,
ohne zu erwarten.

(© Monika Minder)




FLIESSEN LASSEN

Manchmal
bedrängen uns viele Fragen,
suchen wir nach Antworten,
verbeissen uns in Gedanken,
wanken wir, kranken
an einem Wollen,
das wir nie tun
an einem Drang,
dem wir nie folgen,
an einem Traum,
der sich nie erfüllen kann,
weil wir uns selber bremsen
und nichts mehr fliessen lassen.

(© Monika Minder, Juli 2013)

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